Der TÜV Verband hat in seinem Datenreport die aktuellen Zahlen 2025 zu den theoretischen und praktischen Prüfung zu den Fahrerlaubnisklassen C und D veröffentlicht.

Mehr Fahrerlaubnisprüfungen

Die Zahl der Fahrerlaubnisprüfungen für Kraftfahrer/in in den Klassen C für LKW und D für BUS hat im Jahr 2025 neue Höchstwerte erreicht. Das zeigt eine Auswertung des TÜV Verbands auf Basis von Erhebungen der „TÜV | DEKRA arge tp 21“. In den LKW-Klassen (C1/C1E/C/CE) wurden insgesamt 123.414 theoretische und 123.746 praktische Fahrerlaubnisprüfungen abgelegt. Das entspricht einem Plus von rund 3.500 Theorie- (3 Prozent) und rund 4.700 Praxisprüfungen (4 Prozent) gegenüber 2024.

Auch im Busverkehr blieben die Prüfungszahlen im Jahr 2025 auf einem hohen Niveau. In den BUS-Klassen (D1/D1E/D/DE) wurden bundesweit 15.518 theoretische Prüfungen durchgeführt – ein Rückgang um etwa 250 Prüfungen im Vergleich zum Vorjahr (minus 1,5 Prozent). Gleichzeitig stieg die Zahl der praktischen Prüfungen auf 20.688. Das sind rund 2.000 Prüfungen mehr als im Jahr 2024 (plus 11 Prozent). „Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer sind für Wirtschaft und Daseinsvorsorge unverzichtbar, im Nahverkehr ebenso wie in der Logistik“, sagt Fani Zaneta, Referentin Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit beim TÜV Verband. „Die hohen Prüfungszahlen zeigen ein anhaltendes Interesse an diesem Berufsweg. Gerade der Zuwachs bei den Bus-Prüfungen ist ein gutes Signal für den ÖPNV.“

Hohe Bestehensquoten beim Kraftfahrer/in

Das die Bestehensquote bei der theoretischen Fahrerlaubnisprüfung der Klasse B bei nur 44 % liegt ist erschreckend. Bei den Klassen C1/C1E/C/CE liegen die Bestehensquoten mit 86 % in der Theorie und 85% in der Praxis recht erfreulich hoch! In den Klassen zum BUS (D1/D1E/D/DE) liegen die Bestehensquoten bei 83% in der Theorie und bei 76% in der Praxis.

 „Wer Busse und schwere Lkw fährt, trägt eine besondere Verantwortung für die Sicherheit von Fahrgästen und anderen Verkehrsteilnehmenden“, sagt Zaneta. „Wer solche Fahrzeuge führt, muss Regeln beherrschen und in der Praxis sicher fahren. Die hohen Bestehensquoten zeigen, wie professionell sich viele Bewerberinnen und Bewerber auf die Prüfungen und ihren Berufseinstieg vorbereiten und, dass sie ihre Verantwortung für die Verkehrssicherheit ernst nehmen.“

Steigende Nachfrage nach Fahrerlaubnisse LKW und BUS

Seit 2016 stieg laut TÜV Verband die Zahl der Prüfungen beim LKW (C1/C1E/C/CE) um 30% (Theorie) und 35% (Praxis). Auch beim BUS (D1/D1E/D/DE) liegen die Werte aus dem Jahr 2025 deutlich über dem Niveau von 2016. Die Zahl der Prüfungen stieg in zehn Jahren um 44% in der Theorie und um 47% in der Praxis. Seit dem Jahr 2021 ist die Entwicklung in den Bus-Klassen besonders dynamisch: die Theorieprüfungen nahmen um 70% zu und die praktischen Prüfungen um 75%. „Die steigenden Prüfungszahlen sind ein gutes Signal: Mehr qualifiziertes Fahrpersonal ist eine Grundvoraussetzung, damit der Nahverkehr ausgebaut und die Ziele der Verkehrswende erreicht werden können“, sagt Zaneta.

In der Zehnjahresbetrachtung zeige sich ein klarer Aufwärtstrend, allerdings reiche das nicht aus, um die Fachkräftelücke bei Kraftfahrer/innen LKW und BUS zu schließen. Nach Angaben des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) fehlen aktuell etwa 100.000 Kraftfahrer/innen, auch in der Personenbeförderung. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) beziffert den Engpass aktuell auf rund 20.000 Busfahrer/innen.

Fachkräfte und Reformen bei der Fahrausbildung

„Wir müssen mehr Menschen für diese Berufe gewinnen und wir müssen sie so qualifizieren, dass sie die Anforderungen im Alltag sicher beherrschen“, sagt Zaneta. „Fahrerlaubnisprüfungen schaffen dafür einen verlässlichen Sicherheitsstandard, weil sie Fahrkompetenz und Regelkenntnis verbindlich überprüfen.“ Das ist insbesondere mit Blick auf Fahrzeuge mit hohem Gewicht oder vielen Fahrgästen essenziell.

Der TÜV Verband warnt davor die Verkehrssicherheit zugunsten vermeintlicher Effizienzgewinne aufs Spiel zu setzen: „Die pauschale Absenkung von Anforderungen – etwa bei der Prüfungsdauer für die Fahrerlaubnisklassen C und D und den besonderen Ausbildungsfahrten, sind ein Sicherheitsrisiko“, sagt Zaneta. „Busse und Lkw sind Fahrzeuge mit hoher Masse, langen Bremswegen und großen toten Winkeln, sie führen eine erhebliche kinetische Energie mit entsprechend gravierenden Folgen im Ernstfall.“ Die guten Bestehensquoten in Klasse C und D gäben zudem keinerlei Anlass, die bestehenden Anforderungen abzusenken. Ausbildung und Prüfung der Klasse C und D dürfen daher nicht auf ‚weniger‘ getrimmt werden, sondern müssen verlässlich nachweisen, dass Regeln und Fahrpraxis sicher beherrscht werden.

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Text: Achim Daniels nextDrive.de

Bild und Pressemitteilung: TÜV Verband vom 10-03-2026

Kommentare: Fani Zaneta, Referentin Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit beim TÜV Verband